Ein kurzer Abriss unserer Kirchengeschichte

 

1256 beginnt die Geschichte der Pfarrei Amelradorf – wie Ammerndorf damals hieß – genauer gesagt, am 20. Oktober 1256. Dieses Datum geht aus einer Urkunde hervor, die sich im Staatsarchiv in Nürnberg befindet. Darin heißt es, dass Bischof Iring von Würzburg auf Bitten des Abtes Otto von Heilsbronn diesem Kloster das Recht zugesteht, die Pfarrei Amelradorf durch einen Vikar versehen zu lassen.

 

Danach ist lange Zeit von der Pfarrei Ammerndorf nichts mehr bekannt. Erst 1449 wird Ammerndorf im Zusammenhang mit dem 1. Markgrafenkrieg, den Markgraf Albrecht Achilles gegen die Stadt Nürnberg führte, wieder erwähnt.

 

1462 wird in Nürnberg die Marien- oder 12-Uhr-Glocke gegossen, sie wiegt 840 kg. Der Text auf dem Schriftband lautet: „anno domini 1462 Magister Conradus Gnotzhammer me fusit ave maria gracia ple(na)“

 

1488 ist die nächste überlieferte Jahreszahl. Heute noch ist ein Stein mit dieser Jahreszahl  an der Westfassade der Kirche zu sehen. Es ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob dieser Stein vom Vorgängerbau der Kirche stammt, oder ob es sich dabei um Reparatur- oder Modernisierungsmaßnahmen gehandelt hat.

 

1530 wurde in Ammerndorf die Reformation eingeführt. Als erster evangelischer Pfarrer wird Laurentius Lobenherbst erwähnt.

 

Der 30-jährige Krieg (1618 – 1648) brachte für die Bevölkerung in Ammerndorf Hunger, Not und Schrecken. Nicht nur das Lager Wallensteins in Zirndorf, sondern auch die durchziehenden Truppen hinterließen eine verbrannte Erde.

 

1628 wurde trotz der vielen Not eine neue Glocke gekauft, die 11-Uhr-Glocke, die sog. „Bet-Glocke“. Gegossen hat sie Georg Herold in Nürnberg. Sie wiegt 467 kg.

 

1654 wurde die dritte und kleinste Glocke in Nürnberg gegossen. Sie hat ein Gewicht von 180 kg. Nach einem Sturmschaden um 1726 wurde der jetzige Turm am 31. Oktober 1730 gebaut. Den Plan hat der markgräfliche Hofbaumeister Johann David Steingruber gefertigt. Die Jahreszahl ist am südlichen Rundfenster eingemeißelt.

 

1775 bekam die Ammerndorfer Gemeinde eine neue Kirchenorgel. Sie hat ein Manual, neun Register und 495 klingende Pfeifen und ist bekannt unter dem Namen „Bäckerorgel“. Gestiftet wurde die Orgel von einem Bäckerehepaar Johann Georg Bittel und Anna Margarethe Bittlin.

 

12. März 1787 – Nach vielen Klagen bei der markgräflichen Hofkammer in Ansbach über den „bußwürdigen“ Zustand der Kirche, wurde mit dem Neubau der Kirche begonnen und bereits am 10. Oktober des gleichen Jahres konnte die Kirche eingeweiht werden. Der Innenraum wurde im sog. „Markgrafenstil“ errichtet, d.h. Altar, Kanzel und Orgel sind übereinander angeordnet. Auch eine umlaufende Empore wurde eingebaut.

 

Unsere Kirche ist tagsüber geöffnet. Wir freuen uns auf ihren Besuch.

 

von Kurt Semmelmann